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How To: Wie man eine DVD in einen AVI-Film oder eine VCD/SVCD umwandelt
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Leserforum
Info: Dank deutscher Rechtsprechung können findige Firmen und deren Winkeladvokaten auch gegen harmlose Beiträge im Web vorgehen, wenn diese lediglich ein Tool beschreiben oder namentlich nennen. Ich habe keine Lust auf unverschämte Abmahnungen und sehe mich deshalb gezwungen, den bisher ausführlichen Beitrag stark zu kürzen und so zu gestalten, daß er nicht mehr "illegal" ist und von Suchmaschinen auch nicht mehr gefunden wird, wenn man den Programmnamen eingibt - schließlich finden die Abmahner nur so ihre Opfer. Bis das Internet irgendwann kaputt ist. Sorry.
Inhalt
Die Ausgangssituation
Pusteblume
Input Settings
Bitrate ermitteln
Output Settings für AVI
Output Settings für VCD/SVCD
Rippen
DVDs (digital versatile disc und nicht video) setzen sich immer mehr durch und verdrängen langsam die klassischen Videokassetten. Aber nicht jeder besitzt einen DVD-Player oder einen PC mit DVD-Laufwerk. Deshalb kann der Wunsch aufkommen, eine DVD in einen normalen Videofilm zu konvertieren (rippen), um ihn dann z. B. auf dem PC abzuspielen.
Die Ausgangssituation
Als Ausgabeformat hat sich AVI bewährt, welches mit dem derzeit optimalsten Codec DivX komprimiert wird, um möglichst kleine Dateien bei bester Bildqualität zu erzielen. Als erstes muß man sich deshalb einmal den kostenlosen Codec downloaden und installieren. Derzeit aktuell ist Version 5.0.2. Da der DivX Pro die beste Qualität und Komprimierung verspricht, empfiehlt es sich, diesen zu benutzen. Wenn Sie kein Geld ausgeben wollen, wird allerdings Werbung eingeblendet, was aber eine normale Firewall wie ZoneAlarm verhindern können sollte.
Weiterhin wird das Rip-Programm benötigt. Da gibt es unendlich viele und alle sind irgendwie katastrophal schlecht dokumentiert, unübersichtlich und unkomfortabel. Aber was soll's: hier benutze ich Pusteblume Version 2.0. Das Programm heißt natürlich anders. Es setzt sich aus dem Wort für Videos auf CDs und dem drittletzten Buchstaben des Alphabets zusammen. Also im Web suchen und z. B. bei SourceForge fündig werden. Bisher wurde hier Version 1.8 beschrieben. Bis auf kleine Unterschiede in der Oberfläche hat sich an der Benutzung aber nichts geändert. Damit Pusteblume läuft, benötigen Sie ferner DirectX 8.1. Pusteblume wird einfach installiert. Das zusätzliche Archiv mit dem VideoServerPackage benötigen Sie nicht.
Um einen Film zu erstellen, der den Platz einer ISO Daten-CD optimal ausfüllt, müssen Sie die Bitrate für die Codierung berechnen. Dabei hilft z. B. ein Bitrate calculator für DivX 5. Die offizielle Webseite von Trap's Calc ist sehr schlecht, weshalb eine Suche im Netz nach einem alternativen Download hilft. Aktuell ist derzeit Version "SIX.1a". Entgegen früheren Versionen, wird das Programm jetzt richtig installiert. Wer will, kann die Sprache im Programm wechseln. Auffällig ist, daß das Programm in die Zwischenablagenfunktion eingreift und diese sofort löscht, sobald Inhalt hineinkopiert wird - bug oder feature?
Sollten Sie Probleme haben oder sich für die Materie weiter interessieren, werfen Sie mal einen Blick in die Newsgruppe de.comp.tv+video. Zu nicht erläuterten Parametern/Optionen gebe ich generell keine Hilfe. Ich freue mich aber, wenn Sie mir Ihre Erfahrungen mit einzelnen Optionen mitteilen, so daß ich diese ggf. aufnehmen kann. Für weitere Fragen gibt es bei mir jetzt auch ein Diskussionsforum.
Pusteblume
Der Konvertierungsvorgang läuft im Prinzip in zwei bis drei Schritten ab: Zuerst werden die Daten der DVD eingelesen, dann kann das Programm die Filmdaten analysieren um die optimale Komprimierung zu ermitteln. Im letzten Schritt wird der Film konvertiet und mit DivX komprimiert. Wird der Zwischenschritt zur Analyse benutzt, verdoppelt sich die benötigte Zeit für die Konvertierung, weshalb die Analyse nur angewendet wird, wenn es auf besonders gute Qualität ankommt. Die Qualitätssteigerung kommt durch eine dynamische Anpassung des Komprimierungsgrades zu stande: langsame Szenen sind unkritisch und können stärker komprimiert werden, als Szenen mit schnellen Bewegungen. Wird eine statische Komprimierungsstufe verwendet, kann es bei schnellen Bewegungen zu Bildartefakten (Blockbildung, Pixeleffekt) kommen. Hier wird im weiteren Verlauf eine konstante Bitrate verwendet.
- Starten Sie Pusteblume. Pentium 4-Besitzer sollten die spezielle Version für P4 benutzen, da diese angeblich bis zu 30% schneller arbeitet. Das Programm kann über File/Load language file deutsche Texte anzeigen, was ich aber grausig finde, weshalb hier die englischen Texte benutzt werden.
- DVD einlegen
- File/Open DVD root und das Verzeichns video_ts auf der DVD auswählen. Pusteblume versucht dazu das DVD-Laufwerk zu finden und dort die notwendige Datei. Wenn mehrere Titel angezeigt werden, muß man die Einträge ausprobieren. Die Spielzeit ist aber ein guter Hinweis auf den Hauptfilm (längste Spieldauer).
Alternativ können Sie auch File/Open IFO diese IFO-Datei selber suchen: auf der DVD im Verzeichnis video_ts.
Input Settings
- Es wird das Fenster Input Settings geöffnet (Settings/Input Settings).
- Wählen Sie ggf. bei Program Chain den Eintrag mit der längsten Spieldauer aus. Sind mehrere Filme (z. B. Serienepisoden) auf der DVD, wählen Sie hiermit den Film aus. Merken Sie sich die angegebene Spieldauer!
- Einige Filme bieten verschiedene Betrachtungswinkel der Szenen. Kontrolieren Sie in einem DVD-Player, welchen Winkel Sie bei Angel einstellen wollen.
- Verweigert Pusteblume später das kopieren der CD, deaktivieren Sie beim nächsten Versuch die Option UseASPI.
- Bei Key Search wählen Sie die Option Each VOB ID.
- Bei Track wählen Sie aus der Liste die Ton-Spur mit der gewünschten Sprache aus (i. d. R. mit der Angabe AC3 6ch in Klammern).
- Wird der Ton auf der DVD schon im richtigen Format (44,1 kHz) angeboten (was der Fall sein sollte), brauchen Sie ihn nicht zu konvertieren und können den Eintrag 44.1KHz (no conversion) im Bereich Audio wählen. Für besseren Ton wählen Sie ansonsten statt Normal Quality den Eintrag High Quality. Dadurch wird die Konvertierung zwar langsamer, die Qualität aber besser ohne daß die Datei größer wird.
- Sollte der Ton später zu leise sein, können Sie ihn bei Volume anheben (4 oder 5).
- Verfügt die DVD über Untertitel (z. B. für nicht synchronisierte Dialoge), können sie bei Subtitle die gewünschte Sprache wählen oder mit None selbige abstellen.
- iDCT sollte bereits auf FPU stehen.
- Damit Bild und Ton synchron laufen, sollte Audio/Video synchronisation aktiviert bleiben.
- Damit das DVD-Laufwerk nicht andauern anspringt, tragen Sie bei Save your DVD drive einen höheren Wert ein (z. B. 20). Dann werden soviele Daten von der CD kopiert und bearbeitet bis zum nächsten Zugriff. Wählen Sie bei Location, wohin die Daten zwischengespeichert werden sollen (bei wenig RAM ggf. auf die Festplatte). Zu größe Wert fürs RAM führen gleich zu einem Absturz!
- OK. Eventuell kommt es zu einer Fehlermeldung (Disk may be not locked oder API...), die ignoriert werden kann.
Info: Lesefehler
Sollte die CD nicht gelesen werden können (Kopierschutz?), dann einfach ein beliebiges normales Programm zur Wiedergabe von DVDs starten und die CD kurz abspielen (eine Sekunde reicht schon aus, das Player-Programm kann dann beendet werden) und anschließend noch einmal mit Pusteblume versuchen.
Bitrate ermitteln
- Starten Sie den Bitrate calculator Trap's Calc.
- Tragen Sie in das kombinierte Eingabe-/Listenfeld die Spieldauer des Films ein oder klicken Sie auf Open IFO und wählen Sie wie schon zuvor bei Pusteblume die IFO-Datei auf der DVD um die Filmlänge automatisch zu ermitteln.
- Wählen Sie bei How many CDs die Anzahl und Größe der CDs. Wollen Sie den Film auf zwei CDs aufteilen um die Qualität erheblich zu verbessern, wählen Sie den entsprechenden Eintrag aus.
- Bei What Audio Bitrate wählen Sie 128.
- Die errechnete Bitrate wird im unteren Feld angezeigt. Dieser Wert ist nur eine Annäherung. In der Praxis wird die Videodatei nicht exakt die gewählte Größe erreichen.
Info: Zwischenablage
Trap's Calc berechnet die Bitrate standardmäßig sofort bei irgendwelchen Eingaben bzw. Änderungen. Außerdem wird das Ergebnis in die Zwischenablage kopiert. Dadurch können keine anderen Objekte mehr in die Zwischenablage kopiert werden. Wenn Sie auf der Registerkarte Options die Option Calculate bitrate automatically deaktivieren, müssen Sie die Berechnung mit Calculate manuell starten. Der Wert wird trotzdem noch in die Zwischenablage kopiert, allerdings funktioniert diese dann wie gewohnt.
Output Settings für AVI
- Settings/Output Settings.
- Wählen Sie ganz oben links das Ausgabeformat. Für einen AVI Film: AVI (DivX,YUV,...).
- Bei AVI sepcific wählen Sie Use Lame.
- Klicken Sie auf Audio Lame und wählen Sie dann 128KBits (oder höher), Q3 High (oder besser) und Stereo.
- Klicken Sie auf Video codec und wählen Sie im nächsten Schritt aus der Auswahlliste DivX Pro 5.0.2 Codec.
- Klicken Sie auf Konfigurieren.
- Wählen Sie 1-pass.
- Tragen Sie bei Encoding bitrate die zuvor errechnete Bitrate ein.
- 2x OK.
- Zurück bei den Output Settings sollte bei Resolution die korrekte Auflösung ermittelt worden sein.
- Bei Zoom wählen Sie für die meisten Filme None (Letter Box 4/3). Stellen Sie später während der Konvertierung dann nach den ersten Minuten bearbeiteten Film im Vorschaufenster fest, daß der Film verzerrt erscheint, müssen Sie mit dem Zoomfaktor experimentieren. Oft hilft dann die Auswahl Full (16/9 or 4/3 input). Bedenken Sie, daß das Vorschaufenster beliebig in der Größe verändert werden kann und deshalb den Film nicht im korrekten Seitenverhältnis, sondern verzerrt anzeigt. Lediglich nach Programmneustart weist das Vorschaufenster das richtige 4/3 Seitenverhältnis auf. Brechen Sie im Zweifelsfall lieber nach ein paar Minuten Konvertierung den Vorgang ab und kontrollieren Sie den bisher berechneten Film in einem normalen Playerprogramm.
Tip: Neustart nach Abbruch
Wenn Sie den Vorgang abgebrochen haben und dann wieder neu starten, müssen Sie den Schieberegler für die Filmposition unterhalb des Vorschaubereichs unbedingt an den Anfang verschieben, damit der ganze Film von Anfang an bearbeitet wird.
- Klicken Sie auf Whole um wirklich den ganzen Film zu konvertieren. Ansonsten steht bei Time to encode eine falsche Angabe.
- Wählen Sie bei Volume don't exceed die Größe der Ausgabedatei(en), wie Sie sie auch beim Bitrate calculator angegeben haben.
Tip: Bessere Aufteilung
Wenn Sie den Film auf mehrere Volumen aufteilen, dann entsteht bei der o. g. Methode ein Schnitt irgendwo im Film. Eleganter ist es, wenn Sie zwischen zwei Kapiteln wechseln. Wählen Sie dazu Custom chapter und klicken Sie auf Settings. Tragen Sie mit Enter Bitrate die ermittelte Bitrate ein und wählen Sie dann die ersten Kapitel aus, bis bei Selected Size die gewünschte Dateigröße erreicht ist. Mit Create volume definieren Sie den Filmabschnitt. Markieren Sie dann die verbleibenden Kapitel und legen Sie wieder mit Create volume den nächsten Teil fest. Close.
- Das war's: Apply.
Output Settings für VCD/SVCD
Bisher wurde beschrieben, wie Sie aus der DVD einen AVI-Film erstellen. Wenn Sie die DVD aber nur rippen, um danach eine VCD/SVCD zu erstellen (siehe auch (S)VCDs erstellen), dann können Sie sich den Umweg über das AVI und die anschließende Konvertierung zur Video CD sparen. Die Input Settings sind genau wie zuvor.
- Settings/Output Settings.
- Wählen Sie ganz oben links das Ausgabeformat Super Video CD (MPEG2) für eine SVCD bzw. Video CD (MPEG1) für eine VCD - SVCD ist natürlich besser (siehe auch (S)VCDs erstellen).
- Bei Zoom wählen Sie für die meisten Filme None (Letter Box 4/3). Stellen Sie später während der Konvertierung dann nach den ersten Minuten bearbeiteten Film im Vorschaufenster fest, daß der Film verzerrt erscheint, müssen Sie mit dem Zoomfaktor experimentieren. Oft hilft dann die Auswahl Full (16/9 or 4/3 input). Bedenken Sie, daß das Vorschaufenster beliebig in der Größe verändert werden kann und deshalb den Film nicht im korrekten Seitenverhältnis, sondern verzerrt anzeigt. Lediglich nach Programmneustart weist das Vorschaufenster das richtige 4/3 Seitenverhältnis auf. Brechen Sie im Zweifelsfall lieber nach ein paar Minuten Konvertierung den Vorgang ab und kontrollieren Sie den bisher berechneten Film in einem normalen Playerprogramm.
Tip: Neustart nach Abbruch
Wenn Sie den Vorgang abgebrochen haben und dann wieder neu starten, müssen Sie den Schieberegler für die Filmposition unterhalb des Vorschaubereichs unbedingt an den Anfang verschieben, damit der ganze Film von Anfang an bearbeitet wird.
- Klicken Sie auf Whole um wirklich den ganzen Film zu konvertieren. Ansonsten steht bei Time to encode eine falsche Angabe.
- Wählen Sie bei Audio Bitrate den Eintrag 128.
- Damit Bewegungen im Film besser erkannt werden, wählen Sie bei Motion Search aus der Liste Normal (Fast) oder einen besseren Eintrag, was aber dann mehr Zeit benötigt.
- Wählen Sie bei Volume don't exceed die Größe der CD-Rohlinge. Am besten sind 80er. Eine ISO CD mit 80 Minuten (80 Min Iso DataCD) bietet 700MB Speicherplatz. In der MPEG-Video-Datei sind aber mehr Informationen, als benötigt werden, so daß eine 700MB MPEG-Datei eine 700MB ISO-CD nicht ausfüllt. Wählen Sie deshalb die Einstellung 80 Min VCD. Dann werden ca. 808MB-Dateien erzeugt, die als VCD/SVCD auf einen 80-Minuten-Rohling passen. Die Dateien werden automatisch beim rippen durchnumeriert.
- Jetzt müssen Sie ausrechnen, wie groß die Filmdateien zusammen werden sollen: Sicherheitshalber sollten Sie mit 795MB je 80er Rohling rechnen. Wenn Sie den DVD-Film auf zwei CDs splitten wollen, bedeutet das, daß Sie insgesamt 1.590MB produzieren können. Bei drei CDs sind es 3x795=2.385MB usw.
- Im Feld Video Bitrate probieren Sie jetzt solange Werte aus, bis bei Estimated size die eben berechnete Gesamtgröße annähernd angezeigt wird. Für einen 2h Film liegt die Bitrate bei etwa 1.500KBit/s
- Das war's: Apply.
Rippen
- File/Select Output (bzw. File/Select destination) und mit Browse ggf. das Zielverzeichnis und den Dateinamen für den fertigen Film festlegen.
- Kicken Sie im Hauptfenster auf den roten Encode-Button, um den Konvertierungsvorgang zu starten. Das dauert eine Weile: P IV-3,0GHz ca. 4h für 100 Minuten Film.
Tip: Rechenleistung
Vor allem auf etwas älteren PCs verbrät Pusteblume ziemlich viel Systemleistung, so daß ein paralleles Arbeiten kaum möglich ist. Stellen Sie dann die Systemauslastung auf Settings/Priority/Idle. Das verzögert zwar den Rip-Vorgang, läßt anderen Programmen aber noch Leistung übrig.
Viel Spaß mit der Sicherheitskopie!
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